
Das Phänomen, dass neue Technologien oder Musikinstrumente als „keine echte Musik“ oder „Kulturverfall“ abgetan werden, hat seinerzeit bei der E-Gitarre sehr ausgeprägt stattgefunden – und das sogar in mehreren Wellen.
DIE TECHNOLOGISCHE SKEPSIS 1930
Als die ersten Tonabnehmer und verstärkten Gitarren erfunden wurden, wie die berühmte „Frying Pan“ 1931 oder späte Modelle von Gibson und Fender in den 1940er/1950er Jahren, hielten konservative Menschen/Musiker sie für eine Art Mogelpackung.
- Kein echter Ton: Kritiker meinten, ein Instrument müsse rein akustisch durch seinen Resonanzkörper klingen. Ein Kabel und ein Lautsprecher wurden als mechanischer bzw künstlicher Trick wahrgenommen.
- Mangelnde Dynamik: Viele klassische Musiker argumentierten, man spiele nicht mehr mit Gefühl oder menschlicher Kraft, sondern lasse die Arbeit von der Elektrizität erledigen.
DIE KULTURELLE UND MORALISCHE PANIK 1950
Mit dem Aufkommen des Rock ’n’ Roll in den 1950er Jahren durch Chuck Berry und Elvis Presley wurde die E-Gitarre zum Symbol der Jugendkultur.
Ältere Generationen, Konservative und viele Jazz-/Klassik-Puristen bezeichneten die Musik als laut, primitiv, unharmonisch und „keine echte Kunst“. Es hieß oft, die E-Gitarre verleite dazu, Lärm zu machen, anstatt ordentlich Musikalität und Satzlehre zu lernen.
DER BRUCH IN DER TRADITION – BOB DYLAN 1965
Ein besonders berühmtes historisches Ereignis zeigt, wie tief die Skepsis saß: Bei einem Folk-Festival 1965 im US-amerikanischen Newport trat der bis dahin als Akustik-Gitarrist gefeierte Bob Dylan plötzlich mit einer E-Gitarre und einer verstärkten Band auf.
Das Publikum buhte ihn aus, und Folk-Puristen warfen ihm vor, die reine, echte Musik für den kommerziellen Lärm der Populärkultur verraten zu haben.
EIN WIEDERKEHRENDES MUSTER
Dass eine Innovation als „keine echte Musik“ bezeichnet wird, zieht sich durch nahezu alle Epochen:
- Jazz wurde in seinen Anfängen als bloßer Lärm ohne Struktur abgetan.
- Synthesizer in den 1970ern und 80ern sollten angeblich das echte Musik-Handwerk zerstören.
- Hip-Hop und Sampling ab den 80ern wurden oft kritisiert, weil „keine echten Instrumente“ mehr gespielt wurden.
- Autotune und KI-Musik stehen heute vor ganz ähnlichen Vorwürfen.
Die E-Gitarre ist also eines der besten Beispiele dafür, wie ein Instrument, das anfangs belächelt und abgelehnt wurde, später zu einem der prägendsten Symbole der modernen Musikgeschichte wurde.
Die KI-Musik ist heute das Tor in die Musikwelt für Menschen, die sich keine teuren Instrumente leisten können und ihre Songs nicht in irgendwelchen teuren Studios aufnehmen können. Man braucht heute keine Kontakte zu Plattenlabels, um seine Musik in die Öffentlichkeit zu tragen.
AKTIVISMUS FÜR EINE BESSERE WELT
Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, ob ich nicht vielleicht eine GO-FUND-ME-Aktion für
- SONY MUSIC ENTERTAINMENT
- BMG
- WARNER MUSIC GROUP und
- UNIVERSAL MUSIC GROUP
starten sollte.

