CRISPR wird oft auch als CRISPR/Cas9 bezeichnet, ist ein molekularbiologisches Verfahren, das als hochpräzise Genschere eingesetzt wird, um die DNA von Organismen gezielt zu schneiden und zu verändern. Es nennt sich Genome Editing.
Ursprünglich stammt das System aus Bakterien, die es als Abwehrmechanismus gegen Infektionen durch Viren (Bakteriophagen) nutzen.
FUNKTIONSWEISE
Das System basiert auf zwei Hauptkomponenten:
- Guide-RNA (gRNA): Ein kleines RNA-Molekül, das als Zielsucher dient. Es wird so konstruiert, dass es exakt an eine spezifische Stelle im Erbgut (DNA) bindet.
- Cas9-Enzym: Das eigentliche Schneidewerkzeug ist eine Endonuklease. Es wird von der Guide-RNA an die gewünschte DNA-Stelle gelotst und führt dort einen Doppelstrangbruch durch.
Nach dem Schnitt aktiviert die Zelle eigene Reparaturbeschränkungen. Dadurch können gezielt Gene ausgeschaltet, korrigiert oder neue DNA-Bausteine eingefügt werden.
Wichtige Anwendungsbereiche
- Medizin: Therapie von Erbkrankheiten (z. B. Sichelzellanämie), Krebstherapien oder Immunzell-Design.
- Landwirtschaft: Züchtung resistenterer Nutzpflanzen gegenüber Trockenheit, Schädlingen oder Krankheiten.
- Forschung: Gezieltes Deaktivieren von Genen (Knockout), um deren Funktion im Organismus zu verstehen.
CRISPR UND DIE CORONA-IMPFUNG
CRISPR war kein Teil der mRNA-Corona-Impfstoffe! Weder bei BioNTech/Pfizer noch bei Moderna. Es handelt sich dabei um zwei grundlegend unterschiedliche biologische Konzepte und Technologien:
- mRNA-Impfstoffe liefern lediglich einen vorübergehenden „Bauplan“ (Messenger-RNA) im Zellplasma ab, damit der Körper für kurze Zeit ein harmloses Bruchteil des Virus, das Spike-Protein, selbst nachbaut und das Immunsystem darauf trainiert. Die mRNA gelangt nicht in den Zellkern und greift nicht in das menschliche Erbgut ein.
- CRISPR (CRISPR/Cas9) ist ein Werkzeug zur Genom-Editierung (Genschere). Es dient dazu, vorhandenes Erbgut (DNA) in Zellen gezielt zu zuschneiden, zu verändern oder Gene dauerhaft auszuschalten.
Ein mRNA-Impfstoff enthält keine Enzym-Scheren (wie Cas9) und verändert keine DNA-Sequenzen im Körper.
| Das Spike-Protein aus der mRNA-Corona-Impfung soll laut Verschwörungsexperten wohl länger im Körper verweilen, wie das die Impfhersteller beschreiben. Dadurch soll es zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. |

cDNA
Der Begriff cDNA (complementary DNA) stammt eigentlich aus dem Molekularbiologie-Labor. Er beschreibt DNA, die mithilfe eines bestimmten Enzyms (der Reversen Transkriptase) künstlich aus einer RNA-Vorlage umgeschrieben wurde.
Dass manche Menschen im Zusammenhang mit den mRNA-Corona-Impfstoffen von cDNA oder mRNA-veränderten Genen sprechen, basiert angeblich auf Missverständnissen, wissenschaftlichen Fehlinterpretationen und fachlichen Begriffsvermischungen (sagt die KI Google Gemini):
DIE VERMISCHUNG VON LABOR-METHODEN MIT DEM KÖRPER
Für die Erforschung von RNA (z. B. bei der Qualitätskontrolle im Labor oder bei der Diagnose via PCR-Test) wird RNA mithilfe des Enzyms Reverse Transkriptase in stabilere cDNA umgewandelt.
- Der Denkfehler: Manche Menschen schlossen daraus fälschlicherweise, dass diese Umwandlung von Impf-mRNA in cDNA automatisch auch im menschlichen Körper stattfinden würde.
- Die Realität: Menschlichen Körperzellen fehlt dieses Werkzeug im Alltag. In unseren Muskel- und Immunzellen wird die geimpfte mRNA abgelesen, um das Spike-Protein zu bauen, und danach innerhalb weniger Tage biologisch abgebaut. Sie wird nicht in cDNA umgeschrieben.
EINE FEHLINTERPRETIERTE LABORSTUDIE AUS SCHWEDEN 2022
Besonders stark befeuert wurde der Begriff cDNA durch eine schwedische In-vitro-Studie 2022.
Was im Experiment geschah: Forscher gaben extrem hohe Dosen des mRNA-Impfstoffs auf eine Krebs-Leberzelllinie in der Petrischale. In diesen stark veränderten Krebszellen fand man danach tatsächlich Bruchstücke von DNA (cDNA), die der RNA des Impfstoffs entsprachen.
Wie es missverstanden wurde: Es wurde behauptet, die Impfung verändere das menschliche Erbgut.
Die wissenschaftliche Faktenlage:
- Eine Petrischale mit Krebszellen verhält sich völlig anders als ein gesunder menschlicher Körper
- Die Studie zeigte lediglich, dass in diesen Spezielzellen im Reagenzglas eine Rückübersetzung zu cDNA stattfand, jedoch nicht, dass diese cDNA in den Zellkern gelangt oder gar in das menschliche Genom eingebaut wurde
MISSVERSTÄNDNIS DES BEGRIFFS „GEN-THERAPIE“
Da mRNA biologisch gesehen genetische Informationen transportiert, nämlich den Bauplan für ein Eiweiß (Spike-Protein), wird der Begriff Gen oft falsch verwendet.
- Eine Gen-Therapie (oder Genom-Editierung z. B. durch CRISPR) verklebt oder schneidet dauerhaft etwas in die DNA im Zellkern.
- Eine mRNA-Impfung nutzt den Ribosomen-Mechanismus außerhalb des Zellkerns und hinterlässt keine bleibenden Spuren im Genom. Die Gene des Menschen bleiben unangetastet.
| Der Hauptteil der DNA befindet sich im Zellkern, ein kleiner Teil außerhalb in den Mitochondrien |
Wenn von cDNA im Zusammenhang mit mRNA-Impfstoffen gesprochen wird, liegt meist eine Verwechslung vor: Es wird ein rein synthetischer Zwischenschritt, den Wissenschaftler bei Experimenten im Reagenzglas nutzen (Rückübersetzung von RNA in DNA), mit den echten biologischen Abläufen im geimpften Gewebe gleichgesetzt.
