In den Sozialen Medien wird immer wieder diskutiert, ob es die Atombombe wirklich gibt.

Ist die Atombombe ein Phantom, welches dazu benutzt wird, Staaten einzuschüchtern und die Bevölkerung zu täuschen?

Ich persönlich glaube nicht, dass es sich bei der Atombombe um ein Phantom handelt.
Wie kann Russland die größte Atommacht sein, wenn die Atombombe gar nicht existiert? (this sentence was cynical with an ironic flavour)

Auch wenn ich ein großer Freund von absurden Theorien bin, so versuche ich dennoch, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben, denn:
Nicht jede Verschwörungstheorie ist WAHR!

BIKINI-ATOLL
In den Jahren 1946 bis 1958 fanden von den USA auf dem Bikini-Atoll 23 Kernwaffentests statt.
Operation Crossroads (Juli 1946): Die ersten beiden Tests auf dem Atoll, um die Auswirkung von Atomwaffen auf Kriegsschiffe zu testen.
Operation Castle Bravo (März–Mai 1954): In dieser Reihe wurde am 1. März 1954 die Wasserstoffbombe Castle Bravo gezündet. Dies war die stärkste je von den USA getestete Bombe mit einer Sprengkraft von 15 Megatonnen und führte zu massiver radioaktiver Verseuchung weit über das Testgebiet hinaus.
Weitere Testreihen: Operation Redwing (1956); Operation Hardtack I (1958).
Aufgrund der verbliebenen Radioaktivität ist das Bikini-Atoll bis heute nicht dauerhaft bewohnbar.
NAGASAKI
Am 9. August 1945 warfen die US-Streitkräfte die Atombombe FAT MAN über der japanischen Stadt Nagasaki ab. Die Explosion tötete schätzungsweise 70.000 Menschen sofort. Sie erzwang zusammen mit dem Angriff auf Hiroshima die japanische Kapitulation und beendete den Zweiten Weltkrieg.
Die Bombe über Nagasaki detonierte in ca. 500 Metern Höhe. Die radioaktiven Spaltprodukte stiegen mit dem Feuerball in die Wüstenei der Stratosphäre auf und wurden weltweit verteilt, anstatt sich lokal abzulagern. Auf dem Bikini-Atoll wurden viele Tests (wie Castle Bravo oder Baker) direkt am Boden, knapp darüber oder unter Wasser gezündet. Dadurch wurde riesige Mengen Korallensand und Meerwasser hochgerissen und extrem stark verstrahlt, was zu massivem lokalem Fallout führte.
Sprengkraft und Materialmenge:
Die Nagasaki-Bombe FAT MAN hatte eine Sprengkraft von etwa 23 Kilotonnen TNT. Auf dem Bikini-Atoll wurden Wasserstoffbomben mit einer gigantischen Vielfachen dieser Energie gezündet. Allein Castle Bravo hatte 15.000 Kilotonnen (15 Megatonnen) Sprengkraft und erzeugte tausendfach mehr radioaktiven Abfall.
Bodenbeschaffenheit und Radionuklide:
Nagasaki besteht aus normalem Festlandboden. Das dortige Cäsium-137 bindet sich fest an Tonminerale im Boden, sodass Pflanzen es kaum über die Wurzeln aufnehmen. Auf dem Bikini-Atoll besteht der Boden aus Korallen-Kalk (Kalzium). Da Cäsium chemisch dem Kalzium sehr ähnlich ist, verwechseln die Wurzeln von Palmen und Nutzpflanzen (wie Kokosnüssen oder Brotfrucht) das Cäsium mit Nährstoffen und reichern es extrem stark an.
Hauptstrahlenquelle heute:
In Nagasaki ist die direkte Hintergrundstrahlung längst wieder auf ein natürliches Niveau abgesunken. Auf dem Bikini-Atoll ist die Luftstrahlung zwar stellenweise auch nicht mehr extrem hoch, aber die Böden also die Nahrungskette (lokales Obst, Gemüse und Grundwasser) sind bis heute gefährlich verstrahlt.
| Ort, Zeit, Art der Bombe | Sprengkraft |
| Hiroshima, 1945 Atombombe | 16 kT TNT |
| Nagasaki, 1945 Atombombe | 23 kT TNT |
| Castle Bravo (USA), 1954 Wasserstoffbombe | 15.000 kT TNT |
| Nowaja Semlja, Arktis (Russia), 1961 Wasserstoffbombe | 50.000 kT TNT |
DIE ATOMBOMBE
Die Atombombe basiert rein auf der Kernspaltung (Fission). Schwere Atomkerne wie Uran-235 oder Plutonium-239 werden durch Neutronen gespalten, woraus eine Kettenreaktion entsteht.
Sie ist physikalisch limitiert, da bei zu viel Spaltmaterial die Waffe vorzeitig ungeordnet auseinanderfliegen würde, was mit der kritischen Masse zusammenhängt. Die Sprengkraft liegt typischerweise im Bereich von 1 bis 500 Kilotonnen (kT) TNT-Äquivalent.
DIE WASSERSTOFFBOMBE
Die Wasserstoffbombe ist eine Fusionswaffe, also eine Thermonukleare Waffe. Ihre funktionsweise basiert primär auf der Kernverschmelzung (Fusion). Leichte Atomkerne (Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium) verschmelzen zu schwereren Kernen (Helium). Da für die Fusion extrem hohe Temperaturen und Druckwerte nötig sind, dient eine kleine Atombombe als Zünder (Erststufe), um die Kernfusion (Zweitstufe) auszulösen.
Wasserstoffbomben wurden in den 1950ern entwickelt und bilden bis heute das Rückgrat der strategischen Abschreckung der Großmächte.
Auf dem Nevada-Testgelände Nevada Test Site im US-Bundesstaat Utah/Nevada fand 1953 ein oberirdischer Atomversuch statt.

Dieser Atomversuch tangierte die Dreharbeiten zu dem Spielfilm The Conquerer (Der Eroberer), in dem John Wayne die Hauptrolle spielt. Die Dreharbeiten fanden 1954 in der Nähe von St. George, Utah, statt.
Kontaminierter Staub: Der Wüstensand vor Ort war stark radioaktiv belastet. Der Regisseur Dick Powell ließ für Nachdrehs in Hollywood genau diesen kontaminierten Sand tonnenweise in die Filmstudios nach Los Angeles transportieren.
Massive Krebsfälle: Von den 220 beteiligten Team- und Cast-Mitgliedern erkrankten in den folgenden Jahrzehnten über 90 an Krebs, darunter starben mindestens 46 daran inklusive John Wayne (Magen- und Lungenkrebs), Ko-Star Susan Hayward und Regisseur Dick Powell.
Obwohl medizinisch nie zu 100 % bewiesen werden kann, wie viele Fälle direkt auf den radioaktiven Fallout zurückzuführen sind, gilt The Conqueror bis heute als eine der tragischsten Produktionstragödien der Filmgeschichte.
