
Es gibt viele Menschen, die behaupten, dass Muttermilch das Beste für ein Baby sei. Und ich glaube, diese Menschen haben recht.
Nestle (BEBA) und Danone (Aptamil) würden hier natürlich widersprechen. Sie wollen ihre Produkte an die Eltern verkaufen.
Was ist das Besondere an Muttermilch?
Muttermilch wird von der Mutter passend für das Baby hergestellt. Sie enthält alles, was das Baby benötigt, maßgeschneidert.
Muttermilch hat für Babys einige nachgewiesene Vorteile:
- Nährstoffversorgung: Sie liefert in den ersten Monaten die für Säuglinge wichtigen Nährstoffe in einer gut verwertbaren Form. Ihre Zusammensetzung verändert sich während der Stillzeit.
- Immunsystem: Muttermilch enthält unter anderem Antikörper (besonders sekretorisches IgA), Lactoferrin und weitere Immunfaktoren. Sie können dazu beitragen, Krankheitserreger abzuwehren.
- Weniger Infektionen: Gestillte Babys haben statistisch weniger Magen-Darm- und Atemwegsinfektionen.
- Darmflora: Bestandteile der Milch, insbesondere menschliche Milch-Oligosaccharide (HMOs), fördern bestimmte nützliche Darmbakterien und erschweren gleichzeitig manchen Krankheitserregern die Ansiedlung.
- Entwicklung: Es gibt statistische Zusammenhänge zwischen Stillen und bestimmten gesundheitlichen Entwicklungsparametern.
- Anpassungsfähigkeit:
- — Kolostrum (erste Tage): sehr konzentriert und reich an Immunfaktoren, Antikörpern und bestimmten Proteinen. Es wird nur in kleinen Mengen produziert – passend zum sehr kleinen Magen des Neugeborenen.
- — Übergangsmilch (etwa ab Tag 3–5): Die Zusammensetzung verändert sich deutlich; unter anderem steigen Fett, Lactose und die produzierte Milchmenge.
- — Reife Muttermilch (nach einigen Wochen): Sie hat eine andere Zusammensetzung als Kolostrum und liefert überwiegend Energie und Nährstoffe für das wachsende Kind.
- — Im weiteren Verlauf: Auch Monate nach der Geburt verändert sich die Milch weiter. Beispielsweise können sich bestimmte Immunbestandteile verändern, während das Kind zunehmend mit anderen Nahrungsmitteln in Kontakt kommt.
— Es handelt sich hier um biologische Veränderungen im Verlauf der Laktation, die durch hormonelle Prozesse, die Milchdrüse und weiter Faktoren beeinflusst werden.

Kathie Hinde hat herausgefunden, dass die Milch für männliche Babys anders zusammengesetzt ist, als für weibliche Babys. Jedes Geschlecht bekam seine eigene passende Zusammensetzung.
Kathie Hinde forschte 2007 und 2009 an Rhesusaffen. 2013 untersuchte sie dann menschliche Muttermilch. Sie fand folgendes heraus: Mütter von Söhnen produzierten Milch mit höherer Energiedichte, während die Milchmenge geringer war. Mütter von Töchtern produzierten Muttermilch mit höherem Kalzium-Gehalt.

Im Internet kursieren natürlich auch noch gewisse Halbwahrheiten, die ich hier klarstellen möchte!
Kathie Hinde hat nicht herausgefunden, dass der Speichel des Babys von der Brust der stillenden Mutter aufgenommen wird. Es ist ein Märchen, dass in der Brust der Speichel des Babys analysiert wird, ob das Baby krank ist und einen besonderen Bedarf hat, welcher dann in der Brust in die Muttermilch eingearbeitet wird. Das stimmt so nicht.
Vielleicht stimmt es ja sogar, aber bislang hat man das noch nicht entdeckt.
Dass das Baby beim Trinken Speichel zurück in die Brust gibt, die Brust diesen Speichel analysiert, erkennt, was dem Baby fehlt, und daraufhin innerhalb kurzer Zeit die passende Milch produziert, ist wissenschaftlich nicht belegt!
Ich hoffe, ich habe mich nirgendwo vertan!
