
Anarchie erfordert ein gewisses Bewusstsein, Selbstdisziplin und Bescheidenheit

Wenn man als Kind oder Jugendlicher zum ersten Mal von Anarchie hört, so denkt man sich, dass diese Gesellschaftsform das Paradies sein muss. Keine Regeln, keine Führer (Politiker), keine Polizei. Und so sprühen viele dieses A an irgendwelche Wände.
Doch mit dieser Tat zeigt man, dass man nicht in der Lage ist, ohne Gesetze gesittet miteinander leben zu können. Man nimmt sich das Recht heraus, etwas an eine Wand zu sprühen und übergeht damit den Wunsch der Mitbürger, die diese Wand vielleicht ohne A besser fänden.
Man setzt seine Interessen damit über die Interessen der Anderen.
Anarchie ist die Kunst, sich freiwillig gesittet zu benehmen
Anarchie ist, wenn alle so gebildet und vernünftig sind, dass man keinen Streit beginnt. Man muss sich mit Respekt begegnen. Dies ist ein Grund, warum es in unseren Breiten niemals ein anarchistisches System geben wird.
| Anarchisten kämpfen niemals gegen Personen sondern eher gegen staatliche Institutionen |
Wir haben uns daran gewöhnt, dass der Stärkere das Sagen hat. Wer mehr Geld zur Verfügung hat, kann durch Anwälte und Gerichte die Gesetze zu seinen Gunsten nutzen. Die Macht ist klar verteilt und diese Verteilung wird akzeptiert.
Unser derzeitiges System nennen wir Demokratie. Demokratie heißt Herrschaft durch das Volk. Schaut man aber, in welcher Demokratie das Volk wirklich herrscht, so bemerkt man schnell, dass der Begriff DEMOKRATIE irreführend ist. Nirgendwo herrscht das Volk.
Wir wählen Politiker, die dann unter sich einen Führer bestimmen, welcher die Marschrichtung vorgibt. Dieses Prinzip wird in der EU-Kommission sehr schön vorgeführt. Aber auch die Wahl des Kanzlers ist hierfür ein Beispiel.
Das Volk wird durch die Wahl von seiner Mitsprache befreit. Es darf eine Partei wählen, es wird jedoch niemals in irgendwelche Entscheidungen eingebunden. Es wird ab da nicht mehr gefragt. Volksentscheide? Fehlanzeige.
Wenn das Volk unzufrieden ist, so kann es einen Brief schreiben, sich mit Bekannten darüber austauschen und sich gemeinsam ärgern. Es kann sich sogar in Gruppen organisieren und eine Demo anmelden und zeigen, dass es unzufrieden ist. Aber es kann nicht mehr den Politikern in ihre Entscheidung hineinreden.
Als Verfechter der Anarchie erkennt man in unserem derzeitigen System die bestehenden Fehler. Man wünscht sich die sogenannten Volksvertreter zum Teufel, weil sie das Volk tatsächlich treten bzw von der Polizei bei Demos treten lassen. Sie regieren nicht so, wie sich dies das Volk wünscht, sondern so, wie es sich irgendwelche Hintermänner wünschen.
Doch es gibt da etwas, was die Anarchie in unerreichbare ferne rückt: die Dummheit. Die Menschen halten sich alle für klug und sind dennoch nicht in der Lage, den einfachsten Trick der Regierenden zu durchschauen: das alte Teile-und-Herrsche Spiel.
Die Menschen rennen auf Knopfdruck los und kämpfen gegen Ungeimpfte, Fleischfresser, Oppositionelle oder Querdenker. Es fehlt an Empathie und die Reflexion. Fast keiner macht sich die Mühe, sich in den Anderen hineinzuversetzen. Und kaum einer schaut mit einem kritischen Auge aus der Totalen auf sein eigenes Handeln.
Die charakterlich hässlichen Menschen würden ein anarchistisches System gnadenlos zu ihren Gunsten ausnutzen. Sie würden die vernünftigen Anarchisten dominieren und kommandieren. Deswegen ist ANARCHIE derzeit leider nicht lieferbar.

Wer sich dennoch für ein System interessiert, welches es leider niemals geben wird, dem empfehle ich das Buch ANARCHIE! von Horst Stowasser
Es gibt so ein Gerücht, wonach all die Anarchisten bei einer Anarchie diese ganz schnell wieder abschaffen würden, weil die Anarchie von der existierenden Dummheit zerstört werden würde. Die Anarchisten selbst würden dann eine staatliche Gerechtigkeitsgruppe bilden, die dafür sorgt, dass die Regeln der Anarchie eingehalten werden. Es gäbe also eine Art Polizei in einer Anarchie, was ja ein Widerspruch in sich ist.
Regeln der Anarchie? Anarchie hat doch keine Regeln.
Das stimmt so nicht ganz.
- Respekt
- Menschlichkeit
- Genügsamkeit
- Selbstdisziplin
… uvm
