Arno Dübel

Arno Dübel (13.01.1956 – 23.05.2023) war ein hamburger Arbeitsverweigerer. Er hatte einfach keine Lust, für Geld arbeiten zu gehen. Geldgier gilt bei Straftaten als niederer Beweggrund, im wahren Leben sind wir aber alle geldgierige Geier und versuchen immer mehr davon anzuhäufen.

Arno Dübel war hier anders. Er gab sich mit dem Wenigen zufrieden, was ihm das Jobcenter gab. Kritiker von ihm würden es als FAULHEIT bezeichnen. Sympathisanten würden es GENÜGSAMKEIT nennen.

Arno lief beim kleinsten Widerstand auf Arbeit einfach von der angepriesenen Arbeitsstelle weg. Entweder um eine zu Rauchen, oder um nach Hause zu gehen. Er hatte kein Bock auf Stress.

Wir alle haben eigentlich keinen Bock auf Stress, aber wir nehmen ihn für das Geld in Kauf, welches wir uns erarbeiten, indem wir diesen Stress aushalten. Ob das wirklich richtig ist, wissen wir auch nicht, aber weil es alle so machen, fällt man nicht auf, wenn man es auch macht.

Arno fiel auf. Und es war ihm egal, dass er auffiel. Er lebte sein Leben. Er genoss jeden Tag, jede Zigarette. Und viele von uns schoben einen Groll gegen Arno, weil er einfach so lebte, wie man es vielleicht selbst gern manchmal tun würde.

Seine plakative Aussage „Arbeit ist Scheiße!“ wird Arno nicht gerecht. Ich glaube, wenn es eine Arbeit gegeben hätte, die ihm irgendwie Spaß gemacht hätte, er hätte sie ausgeführt.

Wir kennen jedoch alle diese Momente, wo man sich fragt, wieso man seine Arbeit tut. Momente, wo man am Liebsten weglaufen würde, aber die Vernunft einen davon abhält.

Viele Arbeiter fahren ihre Ellbogen aus und werden garstig und asozial. Wer auf diese Arbeitswelt keine Lust hat, kann sich die Kugel geben oder den Weg von Arno Dübel einschlagen und sich mit Bürgergeld zur Ruhe setzen.

Nach seinem Tod verschwand seine Leiche!

Sein Leichnam tauchte nach der Einlieferung ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf nicht in der üblichen Verstorbenen-Annahme der Friedhöfe auf. Er war auch nicht in irgendwelchen Hamburger Krematorien registriert. Wo die sterblichen Überreste Arno Dübels verblieben sind, ist derzeit noch immer unklar.